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März 7, 2017

Daten-Turbo für alle

Kommunen holen sich Infos zum Breitbandausbau

Sie informierten über den Breitbandausbau (von links): IHK-Gremiumsgeschäftsführer Florian Rieder, Kai Westermann und Stefan Lentzsch vom Breitbandbüro des Bundes, Thomas Rottbauer von der Gemeinde Wiesent und Alfred Rauscher von der R-Kom aus Regensburg. Bild: Bühner

Der Breitbandanschluss gehört längst zu den wichtigsten Standortfaktoren einer Region. Oftmals sind dabei aber viele Hürden zu überwinden. Zur Informationsveranstaltung "Roadshow Breitband@Mittelstand" für Wirtschaft und Kommunen hatte die IHK Regensburg in die Stadthalle nach Neustadt/WN eingeladen. IHK-Gremiumsgeschäftsführer Florian Rieder erinnerte daran, dass "62 Prozent der von der IHK befragten Betriebe eine höhere Ausbaustufe der Breitbandversorgung wünschen".

Unter den Besuchern befanden sich zahlreiche Vertreter von Kommunen der gesamten Oberpfalz. In Vorträgen und Diskussionen wurde dabei das Thema Breitbandausbau unter den verschiedensten Aspekten beleuchtet. Stefan Lentzsch vom Breitbandbüro des Bundes in Berlin informierte über den Stand der Versorgung mit Breitbandanschlüssen. Dabei legte er die Übertragungsrate von mindestens 50 Mbit pro Sekunde zugrunde. Deutschlandweit sei diese Übertragungsrate in Städten bei 86 Prozent aller Anschlüsse vorhanden, in ländlichen Bereichen dagegen nur in 29 Prozent. Deutlich besser als der Bundesdurchschnitt schneide Bayern ab. Hier verfügten 68,7 Prozent aller Haushalte und 63 Prozent der gewerblichen Nachfrager über eine Übertragungsrate von mindestens 50 Mbit/Sekunde. Für den Kreis Neustadt/WN nannte Lentzsch einen Wert von 58 Prozent für die Haushalte.

Laut Referent steht im "Sonderteil Gewerbegebiete" des Bundesförderprogramms zum Breitbandausbau ein Budget von 350 Millionen Euro zur Verfügung. Es werde "im Windhundverfahren" vergeben. Für Gebiete, in denen bereits flächendeckend 30 Mbit/s vorliegen, könnten jedoch keine Fördermittel bewilligt werden. Mindestens 80 Prozent der Grundstückseigentümer müssten sich mit wenigstens 2000 Euro Eigenmittel beteiligen. Die Bundesförderung betrage maximal 50 Prozent der Gesamtkosten.

In einem weiteren Vortrag begründete Kai Westermann, ebenfalls vom Berliner Breitbandbüro, den rapide wachsenden Bedarf an Datenübertragungskapazitäten. Er verwies auf die zunehmende Vernetzung von Wirtschaftsbereichen bei Industrie 4.0, an 5G-Mobilfunk, Cloud-Computing und auch die digitale Landwirtschaft. Die Förderprogramme des Bundes hätten deshalb das Ziel "1 GBit/s". Einen ganz anderen Blickwinkel nahm Alfred Rauscher zum Thema "Umsetzung von Glasfaserprojekten aus Sicht eines Netzbetreibers" ein. Rauscher ist Geschäftsführer von R-KOM aus Regensburg. Den Gemeinden empfahl er dringend einen langfristigen Plan, den Dialog mit Anbietern, ein Materialkonzept zu erstellen und möglichst größere Einheiten. In Bayern seien "2056 einzelne Gemeinden zuständig für den Breitbandausbau".

Abschließend berichteten Herbert Hanwalter und Thomas Rottbauer von der Gemeinde Wiesent bei Wörth/Donau über ihre Erfahrungen im Glasfaserausbau. Sie begannen die Planungen 2009 für ein Gewerbegebiet. Die Gemeinde errichtete zunächst das Leerrohrnetz, das an die R-KOM vermietet wurde. Zwischenzeitlich sind auch fast alle Privathaushalte angeschlossen. Die Gemeinde sieht sich deutlich aufgewertet.

Quelle: www.onetz.de/neustadt-an-der-waldnaab/wirtschaft/kommunen-holen-sich-infos-zum-breitbandausbau-daten-turbo-fuer-alle-d1734631.html